Albert Schweitzer Stiftung – Wohnen & Betreuen
Anlässlich seines 150. Geburtstag würdigt die Albert Schweitzer Stiftung – Wohnen & Betreuen am 2. April 2025 ab 15 Uhr ihren Namensgeber mit einer Theateraufführung und einer Ausstellung. Unter dem Titel „Tropenarzt, Musiker, Prediger und Philosoph – ein Klavier im Urwald“ wird der Schauspieler Norbert Eilts am Standort Berlin-Blankenburg im Haus Berlin mit seinem Wortkino-Theater Einblicke in das Leben, Werk und Denken des Elsässers geben. Bildprojektionen und musikalische Einspielungen begleiten die Aufführung und die lebendig erzählte, mit vielen Anekdoten gewürzte Lebensgeschichte. Insbesondere der Mensch Albert Schweitzer und seine Ethik vor dem Leben soll dabei dem Publikum nähergebracht werden.
Norbert Eilts und sein WORTKINO-THEATER
In über 3000 Aufführungen spielte der Schauspieler NORBERT EILTS deutschlandweit bei zahlreichen Anlässen vor breitem Publikum. Er vermittelt Dichtung und Erzählungen spannend, aktuell und lebensnah zu jedem Thema.
Als Einzeldarsteller und Ensemblespieler spielte Norbert Eilts erfolgreich unter der Regie von Friedrich Beyer und entdeckte die Faszination von Sprache und Sprechen. Rhetorik, das meint nicht überflüssige Schminke, sondern klare Entfaltung des Gemeinten. (Philipp Melanchthon)
Als Dramaturg und Autor schöpft Norbert Eilts unmittelbar aus gesellschaftlichen Prozessen und liefert realitätsbezogene Textqualität – Sätze, mit denen Sie etwas anfangen können.
Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung durch Delphine Perrin, die mit französischen Chansons an die Heimat Albert Schweitzers, das Elsass, erinnern möchte.
Die Albert Schweitzer Stiftung – Wohnen & Betreuen ist ein Unternehmen der Sozialwirtschaft, das für Menschen mit Pflegebedarf, Menschen mit Assistenzbedarf und Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen vielfältige Wohn- und Betreuungsangebote bereitstellt. An über 20 Standorten werden soziale Dienstleistungen im Berliner Nordosten angeboten. Rund 700 engagierte Mitarbeiter*innen und 100 Ehrenamtliche sind für rund 800 Nutzer*innen in den drei Betreuungsbereichen und den übergeordneten Servicebereichen tätig.
Die Vorgeschichte der Albert Schweitzer Stiftung – Wohnen & Betreuen begann 1948. Damals wurden die vor und während des 2. Weltkrieges an der Blankenburger Bahnhofstraße zuerst für Bauarbeiter und dann für Kriegsgefangene gebauten Häuser für ein Behelfskrankenhaus hergerichtet und dem Krankenhaus Pankow angeschlossen.
Mit Beginn des Jahres 1954 entstand dann das Krankenpflegeheim Berlin-Blankenburg (KPH). Es wurden 565 kranke Menschen aller Altersklassen mit den verschiedensten Krankheitsbildern aufgenommen. 1965 wurde dem KPH der Ehrenname „Albert Schweitzer“ verliehen. Die Vorbereitungen zur Gründung der Stiftung bürgerlichen Rechts zogen sich über ein Jahr hin. Es mussten rechtliche und personalrechtliche Fragen geklärt, Grundstücke vermessen und bewertet, Regelungen für Schule und Kindertagesstätte auf dem Blankenburger Gelände gefunden, mit Pflegekassen und dem Berliner Senat verhandelt und neue Versorgungsverträge abgeschlossen werden.
Schließlich stimmte das Berliner Abgeordnetenhaus am 31. Januar 1997 der Stiftungsgründung zu. Der feierliche Akt der Unterzeichnung der Stiftungsurkunde fand einen Tag später, am Sonnabend, den 1. Februar 1997 im Kulturhaus Blankenburg statt. Damit waren die ehemals kommunalen Heime erfolgreich in eine wettbewerbsfähige Rechtsform überführt worden.
Die Ursprünge des Standortes Blankenburg gehen noch weiter zurück und sind mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte verbunden. Während des Zweiten Weltkrieges befand sich auf dem Gelände in Blankenburg eines der vielen Wohnlager für Zwangsarbeiter*innen und ein sogenanntes „Ausländerkrankenhaus“, in denen insbesondere Menschen aus Osteuropa unter widrigsten Umständen, häufig krank und unterernährt, untergebracht waren. Viele von ihnen fanden den Tod.