Umbruch in Lambarene

Von Roland Wolf

Jedem Präsidenten der Internationalen Stiftung für das Albert-Schweitzer-Spital in Lambarene (FISL) werden zwei Amtszeiten von je drei Jahren gewährt, dann muss er die Stiftung verlassen. Deshalb war seit langem klar, dass der derzeitige Präsident, Dr. Daniel Stoffel aus der Schweiz, im Mai dieses Jahres ausscheiden wird.
Da sich kein Nachfolger unter den europäischen Mitgliedern der Stiftung fand und die Europäer auch der Meinung waren, dass 45 Jahre nach Gründung der FISL ein Afrikaner dieses Amt übernehmen soll, wurde bereits nach der Sitzung im Oktober 2018 der Übergang eingeleitet.
So wurde dann im Januar die vom Präsidialamt Gabuns vorgeschlagene Kandidatin, die Professorin für Parasitologie an der medizinischen Fakultät der Universität von Libreville, Solange Nzenze, zur neuen Präsidentin der Spitalstiftung gewählt. Am zweiten Tag der FISL-Sitzung im Mai trat sie nun die Nachfolge von Daniel Stoffel an.
Zusammen mit dem Ausscheiden von Daniel Stoffel verließen alle anderen europäischen Ratsmitglieder sowie die Vertreter der Internationalen Schweitzer-Vereinigung AISL und der Familie Schweitzer die Spitalstiftung. Dadurch soll die Verantwortung für die Ausstattung und den Betrieb des Krankenhauses von nun an völlig in der Hand der Gabuner liegen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die europäischen Hilfsvereine die Unterstützung des Krankenhauses einstellen. Sie wird lediglich in einer anderen Form erfolgen. Dazu haben Vertreter der drei Vereine aus Deutschland (DHV), Frankreich (AFAAS) und der Schweiz (SHV) am Rand der AISL-Sitzung in Günsbach Ende Mai ein „Koordinationskomitee“ gegründet, das der FISL als Ansprechpartner für die Finanzierung von Projekten in Lambarene zur Verfügung steht. Weitere Vereine können sich dieser Initiative selbstverständlich anschließen.

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