Hundert Jahre Lambarene – hundert Jahre Menschlichkeit

Von Harald Kubiczak

„Die Ehrfurcht vor dem Leben gebietet uns, den hilfsbedürftigen Völkern in aller Welt Hilfe zu bringen.“ Albert Schweitzer beschrieb so an seinem Lebensende seine Motivation, die ihn 1913 dazu bewegte, eine akademische Karriere hinter sich zu lassen, um nach einem zusätzlichen Medizinstudium im afrikanischen Urwald ein Spital aufzubauen, das noch heute im Dienst der Ärmsten steht. In der nun 100-jährigen Geschichte ist das Lambarene-Spital zum Symbol für gelebte Menschlichkeit geworden, zugleich ein Sinnbild von Albert Schweitzers Ethik der „Ehrfurcht vor dem Leben“. Es steht heute als Vorbild und Inbegriff humanitärer Hilfe.

2013 jährt sich zum 100. Mal Albert Schweitzers Spital-Gründung in Afrika. Das Jubiläumsjahr bietet die Gelegenheit, Albert Schweitzers geistiges und praktisches Werk wieder in das Bewusstsein einer größeren Öffentlichkeit zu bringen und sich mit seinen zeitlosen Gedanken, angewandt auf unsere immer größer werdenden Probleme, verstärkt auseinanderzusetzen. Denkt man nur an die zunehmende Verbreitung der Atomwaffen, gegen die Schweitzer in seinem letzten Lebensjahrzehnt noch gekämpft hat, die Lebensraumbegrenzung, den hemmungslosen Ressourcen-Verbrauch, den Hunger in weiten Teilen der Welt, die barbarische Massentierhaltung und die bedrohlichen Klimaveränderungen, so sollte jedem klar sein, dass die Verwirklichung der Ehrfurcht vor dem Leben – mit Lambarene als Symbol – unverzichtbar ist. Unsere Welt braucht sie dringender denn je!

Mit einem Jahresprogramm aus Ausstellungen, Vorträgen, Orgelkonzerten und Publikationen wird der Deutsche Hilfsverein in Frankfurt, der zu den drei größten Geldgebern des Spitals zählt, die Bedeutung von Albert Schweitzers Lambarene für Gegenwart und Zukunft würdigen. Wir stellen alle Aktivitäten des Jubiläumsjahrs 2013 unter das Leitmotiv „Hundert Jahre Menschlichkeit“. Schirmherr des Jubiläums ist Dr. Friedrich Schorlemmer.

Wir werden 2013 verschiedene Rahmenveranstaltungen mit Vorträgen bzw. Symposien veranstalten, spezielle Buchausgaben herausbringen und in Zusammenarbeit mit ORGANpromotion werden etwa 130 Benefiz-Orgelkonzerte in ganz Deutschland unter dem Leitmotiv „Hundert Jahre Menschlichkeit“ stattfinden. Letzteres hat in der zurückliegenden Vorbereitungsphase einen überaus positiven Zuspruch bei allen gefunden, die in der Welt der Orgelmusik Rang und Namen haben und verspricht ein besonders bewegender Programmabschnitt des Jubiläumsjahrs zu werden.

Die wichtigsten anderen Programmpunkte: Es beginnt im Januar mit der Herausgabe einer Festschrift mit Beiträgen prominenter Persönlichkeiten zu Albert Schweitzer, die am 14. Januar zur Auftaktveranstaltung an Albert Schweitzers Geburtstag in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zu Berlin vorgestellt wird. Zu den Autoren der Festschrift mit einem Grußwort des Bundespräsidenten, Joachim Gauck, gehören u. a. Franz Alt, Eugen Drewermann, Rainer Funk, Claus Günzler, Ernst Kegler, Ernst Luther, Hans Lenk, Christof Müller-Wirth, Felix Semmelroth, Harald Steffahn, Günter Verheugen, Heidemarie Wieczorek-Zeul und Hans-Georg Wittig. Vom 24. bis 26. Mai findet dann unsere Tagung „Albert Schweitzer und Lambarene: 1913–2013. Mission und Humanität“ im Dominikanerkloster Frankfurt am Main statt. Am 21. September bitten wir zur Zentralfeier in die Frankfurter Paulskirche mit einer Festrede des Schirmherrn, Dr. Friedrich Schorlemmer, musikalisch begleitet vom Organisten Prof. Daniel Roth von Saint-Sulpice de Paris.

Das gesamte Jahres- und Konzertprogramm wird in zwei Programmheften sowie auf unserer Internetseite verfügbar sein. Wir informieren Sie in den kommenden Ausgaben der Albert-Schweitzer-Perspektiven jeweils über den neuesten Stand der Vorbereitungen. Ein Konzert für „100 Jahre Menschlichkeit“ wird in 2013 sicher auch in Ihrer Nähe sein. Wir freuen uns schon jetzt, Sie als Gast dazu begrüßen zu dürfen.