Neue Fahrzeuge für das Schweitzer-Spital

Von Roland Wolf

Nach der Entscheidung der gabunischen Regierung, die jährliche Subvention gegenüber den Vorjahren zu halbieren, befindet sich das Spital in großen finanziellen Schwierigkeiten, was in erster Linie die Auszahlung der Löhne betrifft. Der medizinische und sonstige Betrieb läuft jedoch ungeachtet der Probleme weiter.

Dank gezielter internationaler Unterstützung konnten in einigen Bereichen sogar Fortschritte erzielt werden, so für den Tourismus in der Historischen Zone und den mobilen Mutter-Kind-Dienst PMI. Beide Teilbereiche des Krankenhauses profitieren von der Anschaffung neuer Fahrzeuge.

Den Besuchern der Historischen Zone stand schon seit einigen Jahren kein Fahrzeug mehr zur Verfügung, das sie von Libreville nach Lambarene beförderte und Fahrten außerhalb des Spitals ermöglichte. Sie waren deshalb auf sogenannte Buschtaxis oder angemietete Autos angewiesen, was einen Einnahmeverlust für das Krankenhaus und vor allem ein hohes Risiko darstellte. Ich erinnere mich vor allem an einen Fahrer, der trotz mehrfacher Ermahnungen von meiner Seite die Geschwindigkeit nicht auf ein vernünftiges Maß reduzieren wollte, und an einen anderen, der offensichtlich übernächtigt mehrmals am Steuer einzuschlafen drohte und mich nur mit Mühe nach Libreville brachte.

Das hat nun ein Ende, denn im Juni traf in Lambarene der neue Toyota-Minibus für die Historische Zone ein, der fortan den Besuchern zur Verfügung steht. Er verfügt über maximal 15 Sitzplätze, so dass er auch Reisegruppen befördern kann. Erste Nutznießer waren die Mitglieder einer Gruppe der Biblischen Reisen, die Anfang Juli mit mir das Spital besuchten. Wir wurden bereits am Flughafen vom Bus abgeholt und am nächsten Tag sicher nach Lambarene gefahren. Auch während des gesamten Aufenthalts stand uns der Bus zur Verfügung.

Finanziert wurde das Fahrzeug von Schweitzers Enkelin Christiane Engel sowie den Hilfsvereinen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Alle Spender haben natürlich ein großes Interesse daran und werden genau darauf achten, dass der Bus vernünftig gefahren und regelmäßig gewartet wird. Er soll ausschließlich für die Aktivitäten der Historischen Zone zur Verfügung stehen und einen verantwortlichen Fahrer haben.

Kurze Zeit nach dem Bus kam in Lambarene der Pickup für den mobilen Mutter-Kind-Dienst PMI an, ein Toyota Hilux mit fünf Plätzen und Ladefläche. Die PMI, die neben ihrer statio­nären Aktivität zweimal pro Woche im Turnus von sechs Wochen Buschambulanzen im Umkreis von 80 Kilometern besucht, hatte in Ermangelung eines Fahrzeugs ihre Ausfahrten auf drei auf dem Wasserweg erreichbare Ambulanzen beschränken müssen, wofür sie das vom Deutschen Hilfsverein vor einigen Jahren angeschaffte Boot nutzen konnte. Nun kann sie endlich auch wieder die Gesundheitsstationen in den Dörfern entlang der Straßen anfahren, die Kleinkinder untersuchen und impfen und die Mütter über ausgewogene Ernährung sowie gesundheitliche Risiken bis hin zur Aids-Prävention unterrichten. Vielen Müttern und Kindern wird so der oft beschwerliche Weg ins Spital erspart.

Die Anschaffung dieses Fahrzeugs wurde durch eine Spende aus der Schweiz ermöglicht.

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