Lesens- und sehenswert: Neuerscheinungen von, über und mit Albert Schweitzer in 2013

Von Harald Kubiczak

Im Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen des Spitals in Lambarene haben engagierte Verlage, Institutionen und Autoren auch eine ansehnliche Zahl von Neuerscheinungen herausgegeben. Im kurzen Überblick über einige dieser Publikationen ergibt sich vielleicht die ein oder andere Idee für ein besinnliches Weihnachtsgeschenk.

Hier ist vor allem das von Jo und Walter Munz zusammengetragene Buch !Albert Schweitzers Lambarene 1913-2013″ zu nennen. Es zeigt die Geschichte des Urwaldspitals von den Anfängen bis in die Gegenwart mit Berichten von Zeitzeugen, zahlreichen Bildern und Dokumenten – ein biografisches Denkmal für Albert Schweitzer. (elfundzehn Verlag, 320 Seiten)

Angela Berlis, Hubert Steinke, Fritz von Gunten und Andreas Wagner (Hrsg.) haben mit „Albert Schweitzer – Facetten einer Jahrhundertgestalt“ Beiträge versammelt, die Albert Schweitzers theologische, philosophische und ethische Konzepte aus heutiger Perspektive beleuchten. Schweitzers vielfältiges praktisches Wirken begegnet uns in Beiträgen aus dem Bereich der Medizingeschichte, der Musikologie und der Politologie. Sein Nachwirken wird in unterschiedlichen Beiträgen thematisiert. Auch die historischen und wechselvollen politischen Zeitumstände, in denen die Familie Schweitzer lebte, werden in einem Beitrag über Helene Schweitzer Bresslau und ihr Leben für Lambarene erhellt. (Berner Universitätsschriften, 308 Seiten)

Klaus Stoevesandt geht in seinem Buch „Albert Schweitzer und Albert Camus – Auf der Suche nach dem menschlichen Maß“ den Intentionen der Werke beider Autoren nach, die bemerkenswerte Analogien aufweisen, obwohl sich beide Autoren weder gekannt, noch offenbar gar Notiz voneinander genommen haben. (Bernstein-Verlag, 72 Seiten)

Einhard Webers umfangreiches „Buch der Albert-Schweitzer-Zitate“ versammelt in 50 thematischen Kapiteln Albert Schweitzers schönste Zitate, insbesondere auch Sätze aus den nachgelassenen Werken, die neu zu entdecken sind. Das Buch gibt einen eindrucksvollen Einblick in Albert Schweitzers bis heute aktuelle Gedankenwelt. (C.H.Beck, 391 Seiten)

In dieser Aufzählung nicht zu vergessen sind die Publikationen des Deutschen Hilfsvereins für das Albert-Schweitzer-Spital in Lambarene e.V. und der Stiftung Deutsches Albert-Schweitzer-Zentrum zum Jubiläumsjahr. An erster Stelle „Hundert Jahre Menschlichkeit“, das Gedenk- und Gedankenbuch zum 100. Jubiläum der Spitalgründung, in dem Persönlichkeiten unserer Zeit über Albert Schweitzer, sein Werk und seine Wirkung in Gegenwart und Zukunft schreiben. Texte u.a. von Franz Alt, Wolfgang Beck, Eugen Drewermann, Rainer Funk, Hartmut Kegler, Hans Lenk, Ernst Luther, Claus Luttermann, Reinhard Mey, Volker Michels, Rupert Neudeck, Nikolaus Schneider, Felix Semmelroth, Harald Steffahn, Peter Steinacker, Marcel Thomann, Günter Verheugen, Heidemarie Wieczorek-Zeul. (DHV, 144 Seiten)

Eine authentische Textsammlung bietet auch der „Rundbrief Nr. 105“, der mit einer Auswahl an Beitragen aus 100 Jahrbüchern wichtige Texte über Albert Schweizer wieder neu nachlesbar macht. (Deutscher Hilfsverein, 112 Seiten)

Ein Kleinod ist an dieser Stelle noch zu nennen: Walter Schiffers „Ehrfurcht vor dem leben – Ein literarischer Gottesdienst in Memoriam Albert Schweitzer“ formt die Teile einer traditionellen Liturgie mit Zitaten Albert Schweitzers. Das Büchlein ist in der neuen Reihe „Albert-Schweitzer-Reflexionen“ der Stiftung Deutsches Albert-Schweitzer-Zentrum erschienen (48 Seiten).

Noch ein Blick auf die restaurierte Fassung des Filmklassikers von Erica Anderson und Jerome Hill – jetzt auf DVD. Der Friedensnobelpreisträger spricht im Film selbst den von ihm verfassten Text. In einfachen, eindringlichen Worten beschreibt er seine Philosophie der „Ehrfurcht vor dem Leben“. Die Nähe der Kamera lässt die Kraft und echte Güte dieses besonderen Menschen hautnah spüren. (Internationale Albert-Schweitzer-Vereinigung)

Nicht zu vergessen: Die CD zum Jubiläumsjahr von Ullrich Böhme, Thomasorganist zu Leipzig. Er hat Werke von J.S. Bach in St. Thomas in Straßburg eingespielt. (Rondeau Productions)