Eine informative, kurzweilige und auch lustige Jubiläumsfeier

Von Günter Tatara

Zum Thema „100 Jahre Ehrfurcht vor dem Leben“ waren am 24. September 2015 etwa 60 Gäste der Einladung der Veranstalter in den Gemeindesaal der Frankfurter Andreaskirche gefolgt. 100 Jahre ist es her, dass Albert Schweitzer – stets auf der Suche nach dem universalen Grundsatz für ein friedliches Zusammenleben – die Formulierung der „Ehrfurcht vor allem Leben“ fand. Das Programm versprach einen interessanten Abend mit Musik, Wortbeiträgen und am Ende Gespräche bei Wein und Brot. Um es vorweg zu sagen: es war ein interessanter, abwechslungsreicher und auch lustiger Abend.

Wolfgang Hess am Klavier und Wilhelm Wegner am Cello formten einen wunderbaren Rahmen um die einzelnen Wortbeiträge und setzten stimmungsvolle Start- und Schlusspunkte des offiziellen Programms. Dass unter den gespielten Klassik-Stücken auch solche von Bach waren, ist bei einer Veranstaltung zu Ehren Albert Schweitzers selbstverständlich. An Wortbeiträgen sprach zunächst Wilhelm Wegner über Ansichten Stefan Zweigs zu Albert Schweitzer und Miriam Böhnert würdigte Albert Schweitzer als Musiker. Einen besonderen Platz im Programm wurde Helene Bresslau, Albert Schweitzers Frau, eingeräumt. Irene Glück hatte sich dem besonderen Verhältnis dieser außergewöhnlichen Frau zu Schweitzer literarisch genähert. Sie tat das so authentisch und hingebungsvoll, dass sie durch zaghafte Regieanweisung gebremst werden musste, damit das Programm nicht zu einer Nachtveranstaltung ausgedehnt wurde. Ihr folgten dann noch zwei weitere Wortbeiträge nach. Johannes Herrmann versuchte, durch seinen kompakten aber damit auch aufrührenden Vortrag über „Geld und Besitz“ aus Sicht Albert Schweitzers Zeit gutzumachen. Und Wilhelm Wegner beleuchtete die Bedeutung der Philosophie der Ehrfurcht vor dem Leben. Mit einem Präludium von Bach endete der offizielle Teil des Programms. Anschließend wurden die Besucher zu selbst gebackenem Brot (Irene Glück) mit Aufstrich und Wein (Wilhelm Wegner) eingeladen. Dass es den Gästen gut gefallen hat, ließ sich anschließend am Inhalt des Spendenkorbes ablesen.

Dank an die Mitwirkenden, die Helferinnen und Helfer, die Spender sowie an die Andreasgemeinde für ihre Gastfreundschaft im Gemeindesaal. Dank auch dem Deutschen Albert-Schweitzer-Zentrum für die Programmgestaltung und der Bürgerinitiative Albert-Schweitzer-Siedlung für die logistische Unterstützung.

Zur Bürgerinitiative Albert-Schweiter-Siedlung

Die Bürgerinitiative Albert-Schweitzer-Siedlung gründete sich 2013, dem Jubiläumsjahr der Gründung des Urwaldspitals in Lambarene. Die Bürgerinitiative verfolgt das Ziel, den Namen der Albert-Schweitzer-Siedlung in das öffentliche Bewusstsein zurückzuholen, nachdem der Name weitgehend in Vergessenheit geraten war. Die Siedlung wurde 1955 als größtes zusammenhängendes Neubaugebiet nach dem zweiten Weltkrieg errichtet. Sie liegt in den Stadtteilen Dornbusch und Eschersheim im Nordwesten Frankfurts. Nach Erreichen des ursprünglichen Ziels widmet sich die Bürgerinitiative der Pflege des Andenkens an Albert Schweitzer im Quartier.

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